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Diabetes-Fuß-Zentrum Jena erneut zertifiziert

Pressemitteilung: Universitätsklinikum Jena

Amputationen bei diabetischem Fußsyndrom vermeiden

Den Blutzucker müssen Diabetes-Patienten immer genau im Blick haben. Wer mit Diabetes lebt, sorgt sich nicht nur um seinen Blutzucker, sondern auch um Folgeerkrankungen, etwa das Diabetische Fußsyndrom. "Obwohl nur etwa drei Prozent aller Diabetes-Typ-1- und -Typ-2-Patienten im Laufe ihrer Erkrankung an einem offenen Fuß leiden, darf das diabetische Fußsyndrom nicht unterschätzt werden. Denn unbehandelt oder schlecht versorgt, droht im schlimmsten Fall die Gefahr einer Amputation", weiß Dr. Gudrun Eidner, Leiterin der Spezialsprechstunde für Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom in der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Damit es gar nicht so weit kommt und Patienten mit Diabetes auch weiter gut zu Fuß sind, können sie sich an die Spezialsprechstunde oder die Station "Paul Langerhans" E230 des Funktionsbereiches Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen wenden, deren ambulanter und stationärer Bereich einmal mehr als Fußzentrum von der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) zertifiziert wurde.

Bereits seit über zehn Jahren ist die Jenaer Endokrinologie als Fußzentrum zertifiziert. "Die Diabetologie hat seit Mitte der Neunziger Jahre die Spezialsprechstunde für das Diabetische Fußsyndrom und komplexe Wunden aufgebaut. Wir sind stolz darauf, dass wir eine exzellente, leitliniengerechte und fachübergreifende stationäre sowie ambulante Behandlung anbieten können. Das gelingt, weil erfahrene Diabetologen mit Wundschwestern, Podologen, Orthopädieschuhmachermeistern, Gefäßmedizinern und Chirurgen, interdisziplinär bestens zusammenarbeiten", erklärt sie.

Im vergangenen Jahr haben die Experten des Fußzentrums 130 Patienten stationär und 150 Patienten ambulant mit Fußproblemen behandelt, zum Teil auch mehrfach.

Das Diabetische Fußsyndrom entsteht, wenn der Zucker über lange Zeit schlecht eingestellt ist und Nerven schädigt. Laut Eidner kann eine solche Neuropathie ganz unterschiedliche Ausprägungsgrade haben. "Kribbeln, Taubheitsgefühl, trockene Haut und vermehrte Hornhautbildung können erste Symptome sein. Werden Druck oder Schmerzen nicht mehr sicher wahrgenommen, besteht ein erhöhtes Risiko ein diabetisches Fußsyndrom zu entwickeln. Kommt eine schlechte Durchblutung dazu, entstehen Wunden leichter und heilen schlechter."

In der Spezialsprechstunde am UKJ werden Patienten mit diabetischem Fußsyndrom umfassend betreut und behandelt. "Zum einen schulen wir gefährdete Patienten. Jeden Tag die Füße anschauen, konsequent das verordnete Schuhwerk tragen, nicht barfuß oder in Strümpfen laufen, Füße regelmäßig waschen, cremen und zur spezialisierten Fußpflege gehen, all das sind Maßnahmen, die unsere Patienten selbst umsetzen und dadurch Wunden am Fuß vorbeugen können. Darüber hinaus finden regelmäßige Kontrolluntersuchungen statt. Wer eine Wunde am Fuß feststellt und gefährdet ist, muss so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen", so die Expertin.

Eidner hat eine gute Nachricht für alle Patienten, die ein diabetisches Fußsyndrom haben. "Wird die Wunde in zertifizierten, multidisziplinären und multiprofessionellen Teams behandelt wird, sinkt die Häufigkeit für Amputationen nachweislich um mehr als 50 Prozent."

Bildunterschrift: Den Blutzucker müssen Diabetes-Patienten immer genau im Blick haben. Denn das Diabetische Fußsyndrom entsteht, wenn der Zucker über lange Zeit schlecht eingestellt ist.
Bildquelle: www.DiabSite.de

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zuletzt bearbeitet: 11.05.2020 nach oben

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