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Zum Ernährungsmanagement von COVID-19-Patienten

Mineralstoffe und Vitamine zur Prävention geeignet?

In Coronazeiten sind Fehl- bzw. Mangelernährung ein Risikofaktor, weil dadurch das Immunsystem geschwächt wird. Umgekehrt ist die ausgleichende Zufuhr von immunstimulierenden Nährstoffen eine erfolgversprechende Strategie zur Vorbeugung von Infektionen - gerade auch bei COVID-19.

Bei der gemeinsamen Dreiländertagung 2020 der Ernährungsgesellschaften für Deutschland, Österreich und die Schweiz Mitte November zeigten die beiden österreichischen Ernährungsprofessorinnen Sandra Holasek von der Medizinischen Universität Graz und Petra Rust von der Universität Wien die präventiven Perspektiven auf: Als "Mikronährstoffe gegen Coronaviren" hat Holasek die Mineralien Zink, Eisen und Selen identifiziert. Bei den Vitaminen spielen insbesondere die - auch alphabetisch vorne anstehenden ABCDE - eine wichtige Rolle für das therapeutische Ernährungsmanagement bei Coronainfizierten oder -gefährdeten. Daher gilt es in Pandemiezeiten ganz besonders, mögliche Mangelsituationen bei diesen Nährstoffen zu erkennen und zu beheben. Denn die coronabedingten Änderungen des individuellen Ernährungsalltags gefährden häufig eine optimale Nährstoffversorgung, wie Petra Rust feststellte: "Aufgrund von vermehrtem Aufenthalt zu Hause und dem Arbeiten im Home-Office, bedingt durch Langeweile oder Stress, erhöhen sich die Energiezufuhr und der Konsum von so genannten 'Comfort Foods' wie Süßigkeiten und Kuchen. Der Verzehr der meist kohlenhydratreichen Lebensmittel wirkt über die Serotoninproduktion positiv auf die Stimmung, erhöht aber gleichzeitig das Risiko für Übergewicht und damit für chronische Entzündungen, was wiederum das Risiko für Komplikationen von COVID-19 steigert."

Und es ergeben sich für Rust auch zivilgesellschaftliche Probleme, die es zu lösen gelte: "Global betrachtet ist die COVID-19-Pandemie eine gesundheitliche Krise, welche die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen gefährdet. Die Eindämmungsmaßnahmen wirken sich auf Nahrungsmittelversorgungsketten aus. Steigende Arbeitslosigkeit, Einkommenseinbußen und höhere Nahrungsmittelpreise erschweren vielen Menschen den Zugang zu gesundheitsförderlichen frischen Lebensmitteln."

Kurz: Gerade in diesen pandemischen Zeiten sollte man erst recht auf sein Essverhalten achten, nicht erst warten auf den Jahreswechsel mit den üblichen guten Vorsätzen (waagenbedingt).

Heiko Zentgraf, www.bzfe.de

zuletzt bearbeitet: 27.12.2020 nach oben

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