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Vorschläge zur Umsetzung der Nationalen Diabetesstrategie

Experten aus der Diabetologie und Endokrinologie fordern mehr Kapazitäten bei der Aus- und Weiterbildung

Professor Dr. med. Monika Kellerer, Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Am 3. Juli 2020 beschloss der Bundestag die Nationale Diabetesstrategie mit dem Ziel einer dauerhaften Verbesserung der Patientenversorgung und dem Ausbau der translationalen Forschung. Hierfür müssen zunächst - über Jahrzehnte verloren gegangene - personelle Ressourcen wiederaufgebaut und innovative Lerninhalte im Medizinstudium neu geschaffen werden. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) die politischen Entscheidungsträger dazu auf, insbesondere die Aus- und Weiterbildungskapazitäten im Bereich Diabetologie und Endokrinologie auszubauen. Dies sei wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der im Sommer beschlossenen politischen Ziele.

In Deutschland haben über sieben Millionen Menschen einen Diabetes mellitus. Mehr als sechs Millionen Menschen leiden unter Osteoporose und rund ein Viertel der Bevölkerung weist eine Schilddrüsenerkrankung auf. "Stoffwechselerkrankungen steigen stetig an, während das medizinische Personal in diesem Bereich zunehmend finanziellen Einsparungen zum Opfer fällt", kritisiert DDG Präsidentin Professor Dr. med. Monika Kellerer. In einem Positionspapier machen DDG, DGE und DZD auf diesen Missstand aufmerksam und stellen einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der Aus- und Weiterbildung vor.

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Lehrstühle in diesem Bereich fast halbiert. "Derzeit findet sich nur noch an acht von 38 medizinischen Fakultäten ein entsprechender klinischer Lehrstuhl mit Direktionsrecht", führt Professor Dr. med. Günter Stalla, Präsident der DGE, aus und erklärt: "Das DRG-System benachteiligt die sogenannte sprechende Medizin, zu der die Diabetologie und Endokrinologie in besonderer Weise zählen. Diese Entwicklung führt zu einer Unterversorgung an Fachärzten, zu Nachwuchsmangel in diesen Fachgebieten sowie zu weniger Forschung, was sich weiter negativ auf die Versorgungsqualität auswirkt. Immer mehr Patienten warten monatelang auf einen Termin oder finden gar keinen Spezialisten mehr, der sie betreuen kann." Insbesondere in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig eine stabile Stoffwechseleinstellung und eine engmaschige Betreuung für Diabetespatienten ist. "Unsere Disziplinen bluten aus, wenn jetzt nicht auf politischer Ebene gehandelt wird", mahnt der Endokrinologe.

Versorgung und Forschung sind ein wesentlicher Bestandteil der im Sommer beschlossenen Nationalen Diabetesstrategie. Zwar wird mit dem DZD bereits die translationale Diabetesforschung in Deutschland und die dringend notwendige Vernetzung der universitären und außeruniversitären Forschung staatlich und auf Landesebene unterstützt. "Doch damit diese Vernetzung dauerhaft erfolgreich ist, sind eigenständige klinische Lehrstühle in der Diabetologie und Endokrinologie dringend erforderlich", betont DZD-Vorstandsmitglied Professor Dr. Dr. h.c. mult. Martin Hrabě de Angelis. "Leider besteht an vielen Universitätskliniken weiterhin die Tendenz, freiwerdende Lehrstühle nicht wieder neu zu besetzen oder die wenigen vorhandenen Kliniken zu verkleinern."

DDG, DGE und das DZD fordern daher in einem gemeinsamen Positionspapier die Politik dazu auf, nicht nur bestehende Kapazitäten zu erhalten, sondern auch auszubauen. Sie haben hierzu einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt, der folgendes beinhaltet:

Das vollständige Positionspapier ist hier einzusehen.

Empfehlung vom Gesundheitsforum zu Clinician Scientists.

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Monika Kellerer
Bildquelle: www.DiabSite.de

zuletzt bearbeitet: 30.09.2020 nach oben

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