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Diabetes-Chronik 2004

3. Quartal

Essen wir Gott in Frankreich, das ist in Deutschland schon lange nicht mehr angesagt. Für Ernährung wird seit Jahren immer weniger Geld ausgegeben. Diese geringe Wertschätzung eines guten Essens führt zu Übergewicht und Diabetes. Experten fordern deshalb eine radikale "Ernährungswende", denn Diabetes und Fettleibigkeit verursachen heute rund 70 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen. »»»
 
Gentechnische Kräuterhexen: Insulin wird bereits seit langem mit gentechnisch manipulierten Colibakterien hergestellt. Nun will ein europäisches Forschungskonsortium mit Hilfe der Gentechnik aus Pflanzen hochwertige und kostengünstige Arzneimittel gegen Diabetes, Aids, Tollwut und Tuberkulose herstellen. »»»
 
Qualität und Wirtschaftlichkeit ... soll ein neues, staatsunabhängiges Institut im Gesundheitswesen sichern und zusammenbringen. »»»
Ulla Schmidt begrüßt seine Gründung mit den Worten: "Das ist ein guter Tag für die Patientinnen und Patienten. Denn das Institut wird das Informationszentrum im Gesundheitswesen." Kritiker fragen, ob eine Patientenbeauftragte und ein Informationszentrum für Patienten nicht als "politische Überversorgung" gelten können. »»»
 
BFJD ... stand zwei Jahrzehnte für "Berliner Fördergemeinschaft Junger Diabetiker". Da der Verein sich aber nicht nur in Berlin um Kinder und Jugendliche mit Diabetes sowie deren Eltern kümmert, steht diese Abkürzung nun für "Bundesweite Fördergemeinschaft Junger Diabetiker e.V.". »»»
 
Übergewicht gefährdet schon ungeborenes Leben! Immer mehr Schwangere sind massiv übergewichtig. Folge: Viele von ihnen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. »»»
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Münster stellen fest, dass bei einem Diabetes in der Schwangerschaft vor allem das ungeborene Kind gefährdet ist. Rund 300 bis 400 kindliche Todesfälle im Mutterleib könnten durch rechtzeitige Erkennung des Schwangerschaftsdiabetes und eine optimale Therapie vermieden werden. »»»
 
Es muss nicht immer Fleisch sein! Eine Grillparty mit Familie und Freunden darf an lauen Sommerabenden nicht fehlen. Aber es muss nicht immer Fleisch auf dem Grillrost liegen. Fisch, Gemüse und sogar Obst mausern sich zu wahren Grillspezialitäten und sind für Diabetiker besonders empfehlenswert. »»»
 
Ein Schutzengel für Diabetiker: Wer zu schweren Unterzuckerungen neigt, sollte informiert sein und ein Glukagon-Notfall-Set im Kühlschrank haben. Bei leichten Unterzuckerungen reicht es aus, wenn Menschen mit Diabetes Traubenzucker oder stark zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Kritisch wird es aber, wenn der Unterzucker zu Krämpfen, Lähmungserscheinungen oder gar Bewusstlosigkeit führt. Dann ist Fremdhilfe, zum Beispiel in Form einer Glukagon-Spritze, erforderlich. »»»
 
Zu spät: Viele Menschen erfahren erst von Ihrem Diabetes, wenn sie mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus liegen. Das ist eindeutig zu spät. Kardiologen fordern daher einen routinemäßige Diabetestest für Patienten mit Herzerkrankungen. »»»
 
Licht am Ende des Tunnels: Nachdem die AOK einen Überschuss von 960 Millionen Euro erwirtschaftet hat, steigen aus ihrer Sicht die Chancen, dass zum Jahreswechsel die Beiträge sinken. Aber wann genau die Versicherten weniger zahlen, entscheiden die Landes-AOKs nach ihrer jeweiligen Finanzlage. »»»
 
Türken mit Diabetes: In der türkischen Bevölkerung tritt der Diabetes für südeuropäische Verhältnisse recht häufig auf. Besonders hoch ist die Zahl der Diabetiker unter den türkischen Migranten in Deutschland und Österreich. Doch Diabetesinformationen in türkischer Sprache sind hier selten. Ein zweisprachiges Kochbuch soll Abhilfe schaffen. »»»
 
Mäßig aber regelmäßig ... sollten gesundheitsbewusste Menschen essen. Denn unregelmäßiges Essen kann auf lange Sicht zu mehr Gewicht und einer erhöhten Insulinresistenz führen. So das Ergebnis einer britischen Studie. »»»
 
Erektionsstörungen: Männer mit Diabetes sind oft von einem gestörten Liebesleben betroffen. Ihnen kann in den meisten Fällen geholfen werden, wenn sie das Tabu brechen und über die Erektionsstörungen reden. Die Beratungswoche "Zeit zu zweit" will Mut machen, das offene Gespräch mit der Partnerin und dem Arzt zu suchen. »»»
 
BE-Tabellen mit noch mehr Informationen: Im August startet DiabSite eine Umfrage zum Bereich mit den "BE-Tabellen". Bereits im September sind die übersichtlicheren und erweiterten BE-Tabellen mit noch mehr Nährstoffangaben zu mehr als 2.600 Produkten von 47 Herstellern online. »»»
 
Insulin aus heißen Filmen: Eine ganz neue Art, Diabetikern das notwenige Insulin zu verabreichen erforschen amerikanische Wissenschaftler. Nein, keine Sexfilme sondern hauchdünne, implantierte Mikrogel-Filme sollen auf einem kleinen Chip befestigt werden, der sich erwärmt, wenn der Blutzuckerspiegel steigt. »»»
 
"Nicht nur auf Herz, auch auf Nieren prüfen" ... fordern Nierenexperten auf dem Kongress für Nierenheilkunde in Basel. Mit der Zunahme von Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck steigt die Häufigkeit von Nierenerkrankungen. Da Nierenerkrankungen erst sehr spät Beschwerden verursachen und Vorsorgeuntersuchungen zu selten wahrgenommen werden, wächst die Zahl der Patienten, die an die künstliche Niere müssen, weil ihre Nierenfunktion vollkommen zerstört ist. »»»
 
Europäischer Diabetes-Kongress in München: DiabSite ist vor Ort und berichtet zum Beispiel über das neue Insulin mit dem Wirkstoff Insulindetemir. Durch einen speziellen Verzögerungsmechanismus und eine gleichmäßige Insulinwirkung reduziert das Basis-Insulin die Gefahr von Unterzuckerungen und erleichtert gleichzeitig die Gewichtskontrolle. Eine interessante Therapieoption für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2. »»»
 
Explosionsgefahr: "Die metabolische Bombe tickt" ... stellen Ernährungswissenschaftler besorgt fest. Denn das so genannte metabolische Syndrom, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette sowie bauchbetontes Übergewicht, fordert in der westlichen Welt immer mehr Opfer und plündert das Gesundheitswesen. »»»
 
Pendragon enttäuscht: Seit Jahren arbeitet die Firma Pendragon Medical AG an der PENDRA, einer Armanduhr, die ohne Blut den Zuckerspiegel bestimmt. Auf dem europäischen Diabetes-Kongress sollte das Produkt kurz vor seiner Markteinführung vorgestellt werden. Aber die hohen Erwartungen von Presse, Experten und Diabetikern wurden enttäuscht. Unter Alltagsbedingungen liefert die Zucker-Uhr noch keine verlässlichen Daten. »»»
 
Jürgen Fliege wird erster Diabetes-Botschafter: Im Rahmen des diesjährigen Deutschen Diabetikertages in Kassel ernennt der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes, Volker Krempel, den Pfarrer und TV-Moderator zum Diabetes-Botschafter. Fliege ist zu Tränen gerührt und verspricht, den Diabetikern zu helfen. »»»
 
Berlin-Marathon mit optimaler Diabetiker-Betreuung Dafür sorgt die deutsche Sektion der International Diabetic Athletes Association (IDAA). Welche Vorbereitung ist erforderlich? Was können die Läufer/innen mit Diabetes erwarten? DiabSite verfolgt die Vorbereitungen und ist beim Berlin-Marathon mit gleich mit zwei Reporterinnen vor Ort. Eine umfangreiche Reportage mit vielen Bildern vermittelt die spannende Marathon-Atmosphäre. »»»

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hu 30.01.2005

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