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Menschen mit Diabetes leiden häufig unter Krankheitslast

Weltgesundheitstag am 7. April 2017: "Depression - Let's talk"

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die ein Leben lang täglich Aufmerksamkeit erfordert. Betroffene müssen Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen, Blutzucker messen und auf die Ernährung achten. Viele der über sieben Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland bewältigen dies erfolgreich und sind genauso leistungsfähig wie Stoffwechselgesunde. Dennoch ist die Erkrankung eine Last und schränkt die Lebensqualität ein. Menschen mit Diabetes sind daher besonders gefährdet, auch Depressionen zu entwickeln: Circa jeder zehnte von ihnen leidet an einer Depression, bei jedem vierten Patienten liegt eine subklinische Depression vor. Betroffene sollten daher ihren behandelnden Arzt auf ihr Befinden ansprechen und sich behandeln lassen, empfiehlt diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2017.

Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können grundsätzlich genauso wie Gesunde uneingeschränkt am Leben teilhaben, zum Beispiel Leistungsport treiben, die meisten Berufe ausüben oder reisen, sofern ihr Stoffwechsel gut eingestellt ist. Der dafür lebenslang täglich notwendige Aufwand erfordert jedoch große Disziplin und Motivation. "Allein dieser Druck kann auf Dauer sehr belastend sein", erklärt Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe in Hamburg-Bergedorf. "Sind dann noch die Blutzuckerwerte trotz Therapietreue schlecht und treten langfristig Folgeerkrankungen auf, verzweifeln viele daran." Auch Stress in anderen Lebensbereichen und das soziale Umfeld beeinflussen den Umgang mit der Krankheitslast. Nicht selten werden Betroffene mit unsachlichen Kommentaren konfrontiert wie "Sei froh, dass du nur Diabetes hast!" oder dem Vorurteil, sie seien selbst schuld an der Erkrankung.

Als Folge können sich Depressionen entwickeln. Bei Menschen mit Diabetes kommen Depressionen doppelt so häufig vor wie bei stoffwechselgesunden Menschen. Sie äußern sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise, erläutert Professor Dr. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), 1. Vorsitzender des Vereins Diabetes und Psychologie e.V. und Geschäftsführer des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM): "Neben tiefer Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit leiden Betroffene häufig auch unter Angstgefühlen sowie Schlafstörungen oder körperlichen Schmerzen." Daher, sei es wichtig, sowohl eine erhöhte Depressivität als auch eine Depression früh zu erkennen und zu behandeln. "Dabei kommen Antidepressiva, Verhaltenstherapie oder eine Kombination aus beiden zum Einsatz".

Vielen Betroffenen fällt es jedoch schwer, offen damit umzugehen. diabetesDE rät anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April 2017 allen Menschen mit Diabetes, Symptome einer Depression nicht zu tabuisieren, sondern mit ihrem Hausarzt oder Diabetologen darüber zu sprechen. Umgekehrt haben Menschen mit einer Depression ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Sie wiederum sollten sich auch auf Diabetes untersuchen lassen.

Anlässlich des Gründungsdatums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Das Thema für 2017 lautet "Depression - Let's talk". Eine Liste der "Fachpsychologen Diabetes", die von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt sind, können Betroffene im Internet unter www.diabetes-psychologie.de abrufen.

zuletzt bearbeitet: 06.04.2017 nach oben

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