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Länderküche Italien

Genuss von A wie Antipasti bis Z wie Zabaione

Italien steht wie kein anderes Land für Urlaub, Sonne, Meer und leichte Lebensart, kurzum: für Lebensgenuss auf ganzer Linie. Genießen - diese italienische Lebensphilosophie macht natürlich auch vor der traditionellen Küche nicht Halt. Und wer den köstlichen Duft kennt, der allabendlich aus Italiens Küchen strömt, wer sich schon einmal in italienischer Runde über Stunden hinweg kulinarisch verwöhnen ließ, weiß: die italienische Küche ist die Genießerküche schlechthin.

Genuss hat in der italienischen Küche eine lange Tradition. Schon im Alten Rom dienten Speisen nicht nur der bloßen Nahrungsaufnahme, sondern zeugten von der Freude am Leben - so lässt sich jedenfalls den überlieferten Schriften entnehmen, die von den Mahlzeiten des sprichwörtlich gewordenen römischen Feldherrn Lukullus (117-57 v. Chr.) berichten. Die heutige italienische Küche ist selten so opulent wie die damaligen lukullischen Gelage, denn sie ist vor allem eine Küche des Volkes, also einfach, natürlich und an regional produzierten Lebensmitteln orientiert. Trotzdem ist schon diesen alten Schriften zu entnehmen, was bis heute für die echte italienische Küche so charakteristisch ist: eine abwechslungsreiche Speisenfolge mit vielfältigen Zutaten erlesenster Qualität.

Bis heute vollzieht sich das typische italienische Mahl traditionell in 3 Gängen: Zunächst werden bunt gemischte Vorspeisen gereicht, die Antipasti, zum Beispiel fein geschnittene Salami oder Schinkenscheiben, Oliven oder eingelegte Gemüse und Meeresfrüchte. Im reichhaltigen Primi Piatti, dem ersten Hauptgang, wird der größte Hunger gestillt. Dafür sorgen die berühmten italienischen Nudeln, Pasta genannt, in ihrer kaum überschaubaren Vielfalt. In manchen Regionen serviert man zur ersten Sättigung aber auch Pizza, Risotto oder eine kräftige Minestrone (Gemüsesuppe). Für den genussvollen Höhepunkt sorgen im Secondi Piatti, also im zweiten Hauptgang, kleine Portionen Fisch und Meeresfrüchte sowie Schmorbraten von Rind, Schwein, Lamm oder Kaninchen. Berühmt ist das sogenannte Ossobuco alla Milanese, das heißt die geschmorte Kalbshaxe nach Mailänder Art. Abgerundet wird das köstliche Mahl schließlich durch die Dolci, typisch italienische Süßigkeiten wie zum Beispiel die Zabaione, eine Weinschaum-Creme aus Marsala-Wein. In manchen Regionen wird aber auch eine Auswahl aromatischer Käse serviert wie zum Beispiel Gorgonzola, Provolone oder Pecorino.

Der Urlauber, der die typisch italienische Küche bis dahin mit Pizza und Spaghetti gleichgesetzt hat, sieht sich also überrascht durch die Vielfalt italienischer Speisen. Die eigentliche Besonderheit erkennt er aber erst dann, wenn er verschiedene Regionen des Landes bereist. Denn so unterschiedlich wie die Landschaften, die sich zwischen der Alpenregion und Sizilien hinziehen, sind auch die regionalen Geschmäcker und die in der Küche verwendeten Zutaten.

So ist kurioserweise die Pizza keineswegs ein italienisches Gemeingut, wie wir zumeist annehmen, sondern eine rein neapolitanische Erfindung. Aus der Region um Neapel stammt übrigens auch der Mozzarella. Die nordwestliche Provinz Ligurien liefert dagegen bis heute das beste Olivenöl und die besten Kräuter. Verständlicherweise ist auch die Pesto, die berühmte Paste aus Olivenöl und Basilikum, hier beheimatet. Das berühmte italienische Reisgericht Risotto stammt aus der ertragreichen Lombardei. Die reichste Küche Italiens findet sich aber in der Region Emilia-Romagna: aus Bologna kommt die berühmte Mortadella, aus Parma der gleichnamige Schinken sowie der Parmesan-Käse und aus Modena der Aceto Balsamico. Außerdem ist die Region berühmt für ihre Tortellini und Lasagne. Die südlichen Regionen Italiens sind dagegen bekannt für ihre Spaghetti und Tagliatelli sowie für ihren reichen Schatz an Rezepten mit Fisch- und Meeresfrüchten. In den rauhen Alpenprovinzen schätzt man dagegen eine bäuerlich rustikale Küche mit würziger Salami. So verfügt jede Region bis heute über ihre eigenen Spezialitäten, über ihre ganz eigene typische Küche.

zuletzt bearbeitet: 14.07.2006, zuletzt aktualisiert: 01.06.2014 nach oben

Quelle: Wirths PR

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