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Hypoglykämie-Tagebuch

Der Zehn-Punkte-Plan zur Vermeidung schwerer Unterzuckerungen

Unterzucker - sofort handeln

  1. Warten Sie nicht ab, wenn Sie eine Unterzuckerung bemerken. Handeln Sie sofort! Sie haben möglicherweise nicht viel Zeit, nutzen Sie sie. Grundregel: erst essen, dann messen!
  2. Wenn Sie denken, dass Sie eine Unterzuckerung haben, nehmen Sie 20-30 g Traubenzuckerplättchen oder trinken Sie 0,2 Liter Fruchtsaft (Brause, Malzbier, Cola etc., kein Diätgetränk!) Testen Sie anschließend, wenn es möglich ist, Ihren Blutzucker (um die Hypoglykämie zu bestätigen und den Anstieg zu messen).
  3. Wenn ein Familienmitglied oder Bekannter Sie für unterzuckert hält und zum Essen rät, sollten Sie diesen Rat befolgen. Testen Sie auf jeden Fall Ihren Blutzucker, wenn Sie es nicht glauben. Oft haben Außenstehende einen siebten Sinn.
  4. Tragen Sie immer ausreichend Traubenzucker (10 Täfelchen) bei sich. (dazu Ihren Diabetesausweis oder andere Hinweise auf den Diabetes)

Vorbeugen

  1. Informieren Sie Menschen in Ihrem Umfeld über Unterzuckerungs-Anzeichen und über Möglichkeiten, wie sie Ihnen am besten helfen können. Berichten Sie Ihrem Arzt von Ihren Unterzuckerungen, damit er Ihnen spezielle Vorschläge zur Vermeidung machen kann.
  2. Achten Sie auf neue Anzeichen von Unterzuckerungen. Versuchen Sie, auch leichte Unterzuckerungen zu vermeiden. Die Anzeichen der Unterzuckerung können sich mit der Zeit ändern. Überlegen Sie nach jeder Unterzuckerung: Wie waren die Anzeichen? Hätte ich es früher merken können? Worauf sollte ich mehr achten?
  3. In diesen Situationen sollten Sie besonders gut auf Unterzuckerungszeichen achten. Wenn…
    • Sie nicht genau wissen, ob Sie Ihre Insulindosis korrekt gespritzt haben
    • Sie weniger als nötig gegessen haben
    • Sie sich körperlich angestrengt haben (denken Sie daran, dass körperliche Anstrengung über viele Stunden danach noch den Blutzucker senkt)
    • Sie größere Mengen Alkohol getrunken haben (Unterzuckerungsgefahr noch nach 10-20 Stunden)
    • Sie Ihre Regelblutung haben (bei manchen Frauen sinkt dabei der Insulinbedarf stark)
    • Sie in der letzten Zeit eine schwere Unterzuckerung hatten
    • Sie am selben oder vorigen Tag eine leichte Unterzuckerung hatten
  4. Achten Sie beim Schlafengehen besonders auf nächtliche Unterzuckerungen (besonders wenn Sie allein schlafen)!
    • Testen Sie besonders vor dem Zubettgehen immer den Blutzucker. Essen Sie bei Werten unter 120 mg/dl (6.7 mmol/l) noch 1-2 BE.
    • Wenn Sie nachts ohne erkennbaren Grund eine Unterzuckerung hatten: verringern Sie sofort Ihr Nachtinsulin. Testen Sie Ihren Blutzucker 1-2 mal nachts, und passen Sie das Nachtinsulin an die gemessenen Werte an.
    • Testen Sie Ihren Blutzucker in regelmäßigen Abständen gegen 3 Uhr nachts und in unsicheren Situationen (vgl. Abschnitt 7)
    • Halten Sie am Bett immer genug ausgepackten Traubenzucker (oder einzeln in Papier verpackte Plättchen aus dem Diabetesbedarf) bereit (wahlweise entsprechende Getränke oder Glukosesirup)

Angehörige informieren und in Glukagonanwendung schulen

  1. Achten Sie darauf, stets eine Packung Glukagon im Haus (z. B. Glucagen-Hypo-Kit) zu haben. Kontrollieren Sie das Verfallsdatum. Zur Sicherheit ist es ratsam, zwei Packungen zu haben.
  2. Zeigen Sie Ihren Angehörigen/Freunden, wie Glukagon im Falle einer Bewusstlosigkeit eingesetzt wird. Denn nur, wenn sie dies können (eventuell mit Insulinspritzen üben) können sie eine schwere Unterzuckerung mit Glukagon behandeln. Angehörige/Freunde sollten in diesem Fall die Ruhe bewahren, das Glukagon injizieren und keinesfalls versuchen, Ihnen bei Bewusstlosigkeit etwas zu essen oder zu trinken einzuflößen
     
    Falls Sie nicht nach 10 Minuten aufwachen, sollten die Helfer den Notarzt rufen (bei einer Unterzuckerung aufgrund von Alkoholgenuss ist die Wirkung der Spritze fraglich). In unklaren Fällen sollte immer der Notarzt gerufen werden!

Dr. Antuña de Alaíz und
Dr. phil. Axel Hirsch

zuletzt bearbeitet: 31.05.2011 nach oben

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