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Der HbA1c-Wert

Blutzuckerlangzeitgedächtnis: HbA1c - der unterschätzte Wert in der Diabetes-Therapie

Mit einem niedrigen HbA1c-Wert Folgeerkrankungen vorbeugen

Die meisten Typ-2-Diabetiker haben schon einmal von ihm gehört, die wenigsten wissen jedoch, was sich dahinter verbirgt und wie wichtig er wirklich ist - der HbA1c-Wert. Dieser auch als Blutzuckerlangzeitgedächtnis bezeichnete Wert ist einer der wichtigsten Parameter in der Diabetestherapie.

Er gibt Auskunft über die Blutzuckereinstellung der vergangenen 8-10 Wochen, gleichgültig, ob die Werte in der Zwischenzeit stark angestiegen oder gesunken sind. Das bedeutet, je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto niedriger ist auch der HbA1c-Wert und desto geringer ist auch das Risiko für diabetesbedingte Folgeerkrankungen.

Fast jeder Diabetiker kennt das Spiel: Kurz vor dem nächsten Arztbesuch hält man sich besonders genau an die Ernährungsvorschriften oder legt sogar eine Extra-Diät ein, damit der Blutzuckerwert bei der nächsten Messung so niedrig wie möglich und der Arzt zufrieden ist. Den aktuellen Nüchternblutzucker kann man damit vielleicht kurzfristig verbessern, nicht aber das Blutzuckerlangzeitgedächtnis, das mit dem HbA1c-Wert gemessen wird. Dieser Wert bringt die Wahrheit über die vergangenen Wochen ans Licht! Und das ist gut so!

Denn letztendlich geht es nicht um eine kurzfristige Verbesserung der Blutzuckereinstellung oder einen zufriedenen Arzt, sondern um langfristig gute Werte. Der Gesundheit zu Liebe!

HbA1c - Gesünder unter 7

Der HbA1c-Wert gibt den Anteil des "gezuckerten" roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), am Gesamthämoglobin wieder. Dieses stabile "Zucker-Hämoglobin", in der Fachsprache als "glykosiliertes Hämoglobin" bzw. "HbA1c" bezeichnet, ist abhängig von der durchschnittlichen Blutzuckerkonzentration. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher der Blutzuckerspiegel über einen gewissen Zeitraum, um so höher der HbA1c-Wert.

In den Nationalen Versorgungs-Leitlinien Diabetes mellitus Typ 2, die im Mai 2002 veröffentlicht wurden, wird zur Vorbeugung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen ein HbA1c-Wert kleiner als oder gleich 6,5 Prozent als ideales Therapieziel sowie eine Therapieanpassung ab einem HbA1c-Wert über 7 empfohlen.

Generell gilt: Je niedriger der HbA1c-Wert, desto geringer ist auch das Risiko für Folgeerkrankungen.

So zeigten die Ergebnisse einer großen Studie, dass schon eine einprozentige Senkung des HbA1c-Wertes mit einer Risikoverminderung für diabetesbezogene Todesfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie Folgeerkrankungen an Augen und Nieren verbunden war.

Experten empfehlen einen frühen Einstieg in die Insulintherapie

Kann der Blutzucker mit Diät, Bewegung und Tablettentherapie nicht unter 7 Prozent gesenkt werden, sollte zusätzlich zur Tablettentherapie Insulin gegeben werden.

Ein besonders einfacher Einstieg in die Insulintherapie steht mit B.O.T., der sogenannten Basalunterstützten Oralen Therapie, zur Verfügung. B.O.T. ist ein Therapieschema für Typ-2-Diabetiker, die unzureichend mit mehreren Tabletten (Multi-OAD) behandelt werden und bei denen eine zusätzliche Insulintherapie nötig ist. Bei der Basalunterstützten Oralen Therapie (B.O.T.) wird die bisherige Tablettentherapie beibehalten, und es wird nur einmal täglich zusätzlich ein 24h-Basalinsulin gespritzt.

Der Vorteil des modernen Basalinsulins besteht darin, dass es gleichmäßig über bis zu 24 Stunden wirkt, ohne Insulinspitzen zu erzeugen, gegen die man "anessen" müsste. Auch nächtliche Unterzuckerungen treten unter diesem Insulin wesentlich seltener auf als unter herkömmlichen Basalinsulinen.

Infobroschüre

DiabSite bietet Ihnen die HbA1c-Patientenbroschüre zur Kampagne der Firma Sanofi als PDF-Datei zum Herunterladen und Ausdrucken.

zuletzt bearbeitet: 31.03.2003, zuletzt aktualisiert: 11.02.2014 nach oben

Diese Informationen wurden uns freundlicherweise von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH zur Publikation überlassen.

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Professor Dr. Peter Bottermann

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