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Highlights der Diabetes Herbsttagung und des Hypertonie-Kongresses

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Monika Kellerer, Tagungspräsidentin Diabetes Herbsttagung 2017, Vizepräsidentin der DDG, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I (Diabetologie, Endokrinologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin, Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin) Marienhospital Stuttgart, im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zur 11. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem 41. Kongress der Deutschen Hochdruckliga (DHL) am 7. November 2017 in Berlin.

Medizin vor Ökonomie

Erforschung und Versorgung der Volkskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck sicherstellen

Professor Monika Kellerer Die in diesem Jahr gemeinsame zweitägige Veranstaltung unserer beiden Fachgesellschaften widmet sich neuesten Forschungserkenntnissen zu den Erkrankungen Diabetes und Bluthochdruck und ihrer Umsetzung in den Behandlungsalltag. Unser Schulterschluss ermöglicht interdisziplinäre Betrachtungsweisen und soll damit einer effektiveren Bekämpfung der beiden häufig gemeinsam auftretenden Volkskrankheiten dienen. Denn bei der Entstehung von Diabetes und Bluthochdruck spielen sowohl erbliche als auch umweltbedingte Faktoren eine große Rolle. Gerade bei den sogenannten Umweltfaktoren gibt es erhebliche Überschneidungen. So fördern unter anderem falsche Ernährung und geringe körperliche Bewegung beide Erkrankungen. Daher werden neben fachinternen Symposien der DDG und der DHL auch zahlreiche interdisziplinäre Schwerpunktveranstaltungen mit beiden Verbänden gemeinsam stattfinden. Als Beispiele seien die Themen "Diabetes und Gefäßerkrankungen", "Diabetes, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen", "Ernährung" und "Prävention" genannt.

Bei den fachinternen DDG-Veranstaltungen beispielsweise werden in diesem Jahr Updates zum Schwangerschaftsdiabetes, zu allen relevanten Diabetesfolgeerkrankungen an Auge, Nerven und Fuß u. a. angeboten. Ein wichtiges Symposium wird sich den häufig gar nicht so bekannten Diabetessonderformen widmen. Neben dem klassischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes, haben wir es ja mit mehr als 20 weiteren Diabetesformen zu tun. Diese erfordern besondere Kenntnisse, Erfahrung und eine spezielle Therapie.

Natürlich werden wir uns auf der Herbsttagung auch mit der rasant fortschreitenden Diabetestechnologie auseinandersetzen. Vielfach schon heute und in Zukunft vermehrt werden Betroffene und Therapeuten durch die technischen Fortschritte in der Diabetologie wie kontinuierliche Glukosemessung, Insulinpumpensysteme bis hin zum sog. künstlichen Pankreas unterstützt werden. Gerade auch die Digitalisierung bietet hier viele Chancen aber auch Risiken. Angesichts der künftig auf die Patienten einwirkenden Daten- und Informationsflut wird der Diabetologe ein wichtiger Lotse für den Patienten sein.

Infolgedessen wird der Beratungsaufwand in Zukunft eher steigen und die sprechende Medizin mehr in den Vordergrund rücken. Hierzu bedarf es aber auch seitens der Gesundheitspolitik einer Weichenstellung, da gerade die sprechende Medizin sich derzeit im DRG-System und auch in anderen Vergütungssystemen schlecht abbildet. Mit allen daraus folgenden Konsequenzen:
Eigenständige klinische Diabetesabteilungen müssen nicht selten dem ökonomischen Druck weichen und werden nicht wiederbesetzt. Als Folge wird dann auch weniger Nachwuchs für dieses Fach rekrutiert (weil Weiterbildungsplätze zur ärztlich und pflegerischen Qualifikation verschwinden, man mit Diabetesabteilungen als Student kaum mehr in Kontakt kommt und Diabetes in den Lehrplänen der Universitäten unterrepräsentiert ist). Diese drohende Entwicklung läuft dem Trend einer steigenden Anzahl von Patienten mit Diabetes absolut entgegen und gefährdet eine qualifizierte diabetologische Versorgung in der Zukunft.

Die Deutsche Diabetesgesellschaft fordert deshalb u. a.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Monika Kellerer
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 08.11.2017 nach oben

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