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Strafsteuern lösen das Diabetes-Problem nicht

Pressemitteilung: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Unionsfraktion setzt auf Ernährungsbildung statt Verbotspolitik

Der Verein Foodwatch fordert die Einführung einer Zuckersteuer und wirft der Politik Stillstand vor. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann:

"Ohne Frage: Übergewicht und Diabetes sind eine Geißel unserer Zeit. Sie fordern Gesellschaft und Politik. Dagegen gibt es aber kein Allheilmittel. Foodwatch suggeriert jedoch genau dies. Der Verein gibt vor, das Patentrezept gefunden zu haben. Simsalabim. Mit Zuckersteuer und Ampelkennzeichnung sollen alle Probleme gelöst werden. Hokuspokus. Da machen es sich die Aktivisten zu einfach. Diabetes kann nicht wegbesteuert werden.

Zur Wahrheit gehört: Übergewicht und Diabetes haben viele Ursachen wie genetische Veranlagung, Fehlernährung, Übergewicht, mangelnde Bewegung, zu wenig Schlaf. So bitter es auch ist: Es gibt keinen Stein der Weisen. Der Kampf gegen Übergewicht und Diabetes muss an vielen Stellschrauben ansetzen.

Die Forderung nach einer Zuckersteuer ist vielleicht plakativ. Und die martialische Öffentlichkeitsarbeit hilft Foodwatch wahrscheinlich dabei, Spenden einzusammeln. Aber Zuckersteuern können das Problem nicht beheben. Das ist Augenwischerei. Laut den Experten der WHO sind Erhebung und Implementierung schwierig. Häufig schreckt die Steuer aber auch nicht ab oder Verbraucher weichen auf andere Produkte aus. Eine wirkliche Veränderung des Ernährungsverhaltens findet nicht statt. Aber genau darauf kommt es an. Bewusster essen, mehr Bewegung und Schlaf etc. - das klingt verstaubt. Aber wer so lebt, wird wahrscheinlich nicht dick werden.

Denn die brutale Wahrheit ist: Wer zu viel isst, nimmt zu. Egal, woher die Kalorien kommen - durch zu viel Zucker, zu viel Fleisch, zu viele Nudeln oder zu viel Brot. Will Foodwatch demnächst das alles besteuern? Das wäre der Start in eine Verbotspolitik, die wir als Unionsfraktion nicht wollen.

Die Politik muss dafür sorgen, dass der Verbraucher umfassende und wissenschaftlich fundierte Informationen erhält, damit er seine Entscheidungen treffen kann. Dafür sind eine klare, verständliche Kennzeichnung und Verbraucherbildung erforderlich. Und die Lebensmittelbranche muss ihre Hausaufgaben machen. Diese muss mit Hochdruck an freiwilligen Strategien zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten arbeiten.

Auf Initiative der Fraktion wurde das Bundeszentrum für Ernährung als zentrale Einrichtung für Ernährungskommunikation geschaffen. Nach dem Vorbild der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird das neue Zentrum die Flut an Informationen rund um das Thema Essen zusammenführen, ordnen und den Verbrauchern verständlich vermitteln. Wir müssen die betroffenen Menschen dafür sensibilisieren und darin unterstützen, ihr Ernährungsverhalten umzustellen. Aber das geht nur über den Kopf, nicht über Verbote oder Steuern."

zuletzt bearbeitet: 05.09.2017 nach oben

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