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Diabetes Kongress 2017

Schon ein fettreiches Essen beeinflusst den Stoffwechsel negativ und könnte Typ-2-Diabetes fördern

Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis Etwa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes erkrankt, davon über 95 Prozent an Diabetes Typ 2, Tendenz steigend. Dies zeigt sich auch in Kliniken: Die Hälfte aller im Krankenhaus behandelten Patienten hat Probleme mit dem Glukosestoffwechsel, sei es aufgrund eines bereits manifesten Diabetes oder einer Vorstufe. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) stellt im Rahmen des Diabetes Kongresses in Hamburg neue Erkenntnisse zur Entstehung und Früherkennung von Diabetes mellitus vor. Unter anderem wiesen zwei Partner-Institute des DZD in einer parallel an Mäusen und Menschen durchgeführten Hochfettdiät-Studie nach, dass bereits eine fettreiche Mahlzeit negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen kann, die wiederum die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes fördern. Unter dem Motto "Fortschritt für unsere Patienten" treffen sich rund 6.000 Ärzte, Wissenschaftler und nichtärztliche Mitglieder des Diabetes-Behandlungsteams vom 24. bis 27. Mai 2017 auf der führenden Jahresveranstaltung zur Stoffwechselerkrankung Diabetes im deutschsprachigen Raum.

Das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und das Helmholtz Zentrum München, beide Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), arbeiteten für die Hochfett-Studie eng zusammen: "Die Düsseldorfer Forscher untersuchten die Wirkung einer Hochfettdiät beim Menschen. Am Helmholtz Zentrum München wurden die Untersuchungen parallel im Mausmodell durchgeführt", erläutert Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis, Vorstand des DZD und Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München.

Die menschlichen Studienteilnehmer - gesunde schlanke Männer - bekamen nach dem Zufallsprinzip einmal ein aromatisiertes Palmöl-Getränk und ein anderes Mal ein Glas mit klarem Wasser als Kontrollexperiment zu trinken. Das Palmöl-Getränk enthielt eine ähnliche Menge an gesättigtem Fett wie zwei Cheeseburger mit Speck und eine große Portion Pommes Frites oder zwei Salami-Pizzen. Auch die Mäuse erhielten Palmöl. "Dabei zeigte sich sowohl bei den Menschen als auch an den Mäusen, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, das heißt eine Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen", so Professor Hrabe de Angelis. "Zudem veränderte sich der Energiehaushalt der Leber. Diese Stoffwechselveränderungen gleichen jenen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden." Darüber hinaus wurde im Mausmodell nachgewiesen, dass die Palmölgabe die Expression von Genen verändert, die entzündliche und schützende Stoffwechselwege regulieren.

Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis stellt in der Kongress-Pressekonferenz am Donnerstag, den 25. Mai 2017, diese und weitere neue Erkenntnisse aus der Verbundforschung vor. Alle Informationen zum Diabetes Kongress 2017 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de zu finden. Kurzfilme mit Interviews und Beiträgen zum Diabetes Kongress 2017 finden Interessierte in der Mediathek.

Bildunterschrift: Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG

zuletzt bearbeitet: 25.05.2017 nach oben

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