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Herzstiftungs-Experte vor Ostern

Pressemitteilung: Deutsche Herzstiftung e.V.

Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel und schaden der Gesundheit?

Nicht das Ei alleine, sondern das gesamte Ernährungskonzept ist entscheidend

Schale mit Ostereiern und einem Schokohasen Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel und schaden so der Gesundheit? Ab wie vielen Eiern pro Woche wird es bedenklich? Immer wieder erreichen die Deutsche Herzstiftung Fragen wie diese. "Wie sich Eier genau auf den Cholesterinspiegel auswirken, lässt sich so allgemein nicht beantworten, weil die Cholesterinaufnahme sehr stark von der übrigen Ernährung und anderen Faktoren abhängt und nicht alleine vom Verzehr von Eiern", betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Helmut Gohlke vom Vorstand der Herzstiftung. Infos rund um das Thema Cholesterin bietet der Herzstiftungs-Ratgeber "Hohes Cholesterin: Was tun?", der kostenfrei unter www.herzstiftung.de/cholesterin-ratgeber.html oder per Tel. unter 069-955128400 angefordert werden kann.

Wichtig: Ungesunde gesättigte Fette in Wurst, Speck &  Co. vermeiden!

Der Blick beim Essen sollte nicht nur auf die einzelne Nahrungskomponente Ei fallen. Vielmehr kommt es auf das Gesamternährungskonzept an. Prof. Gohlke zufolge stieg in einer experimentellen Studie zwar pro 100 mg täglicher Cholesterinaufnahme durch den Ei-Konsum über mehrere Wochen (ein Ei enthält etwa 250-280 mg Cholesterin) der LDL-Cholesterinspiegel bei jungen Männern um 1,5 mg/dl und bei jungen Frauen um 2,1 mg/dl an. "Die Auswirkung auf den Serum-Cholesterinspiegel ist jedoch stark von der übrigen Ernährung abhängig. Ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fetten in der Ernährung reduziert die Cholesterinaufnahme. Je höher jedoch der Anteil der gesättigten Fette in der Nahrung ist, umso stärker fällt die Cholesterinerhöhung aus. Außerdem verstärken die gesättigten Fette die Gerinnungsaktivität im Blut. Dadurch begünstigen sie die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall", erläutert Prof. Gohlke. Gesättigte Fette verstecken sich in erheblichen Mengen z. B. in Fleisch, Speck, Wurst, Schinken und Schweineschmalz. Gesättigte Fette finden sich zwar auch in Milchprodukten, z. B. Käse, aber die gesättigten Fette aus der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen werden als eher günstig beurteilt.

Wie viele Eier dürfen es sein?

In einer spanischen Beobachtungsstudie an einem Kollektiv von 14.185 gesunden Universitätsabsolventen (Zazpe I et al. EJCN 2011) konnte auch in der Gruppe der Personen, die mehr als vier Eier pro Woche konsumierten, kein erhöhtes KHK-Risiko gefunden werden. In US-amerikanischen Studien (Djoussé L et al. AJCN 2016) wiederum ergab sich ein Zusammenhang zwischen häufigerem Eierkonsum (mehr als vier Eier pro Woche) und einem erhöhten Risiko für Diabetes; dieser Zusammenhang bestand jedoch nicht für Studien, die außerhalb der USA durchgeführt wurden. "Dies lässt vermuten, dass die gängige und beliebte Zubereitung der Eier in den USA zum Beispiel mit Speck möglicherweise eine größere Rolle spielt als das Ei selber."

Wer sich daher herzgesund ernähren möchte, legt am besten die Betonung seiner Ernährung auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Geflügel, Fisch, Hülsenfrüchte, Raps- und Olivenöl (kein Kokosnuss- oder Palmöl) und Nüsse - gemäß dem Ernährungskonzept der Mittelmeerküche (www.herzstiftung.de/kochbuch.php). "Diese abwechslungsreiche Ernährung erfüllt am ehesten diese Charakteristika, ohne dass man sich besonders um die genannten Einzelkomponenten kümmern muss."

Bildunterschrift: Schale mit Ostereiern und einem Schokohasen
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

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zuletzt bearbeitet: 13.04.2017 nach oben

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Dr. Michael Hägele

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